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XILENCE XQ SERIES 850W Netzteil im Test
Patrick
Chefredakteur

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Posts: 1767
# 14.05.2012 - 02:29:20
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XILENCE hat mit der XQ Netzteil-Serie einen ganz neuen Schritt auf dem Netzteil Markt gewagt. XILENCE verabschiedet sich mit seinen neuen Netzteilen von der sonst üblichen, klobigen Bauweise der ATX Netzteile und bringt eine neue Form ins Spiel.



Mit der neuen Bauweise will XILENCE eine verbesserte Kühlleistung des Netzteils und auch der umliegenden Hardware erreichen. Ob Ihnen dies mit der XQ Netzteil-Serie gelungen ist, werdet ihr in diesem Review erfahren.



Technische Details:
  • AC Input: 110-240V / 13A
  • Frequency: 50 - 60Hz
  • +5V: 20A
  • +3,3V: 20A
  • +5V & +3,3V combined: 130W
  • +12V 1, +12V 2, +12V 3, +12V 4 combined: 72A / 850W
  • -12V: 0,5A
  • +5VSB: 4A
  • Total Output: 850W
  • Dimension (TxBxH): 165 mm x 150 mm x 87 mm
  • Lüfter: Zwei 60mm Lüfter
  • 80PLUS PLATINUM
  • Garantie: 5 Jahre (nach Registrierung)


Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x P4 (4+4 Pin)


1 x P8 (8 Pin)


4 x 6+2 PCI-E


2 x 6 Pin PCI-E


12 x SATA


7 x Molex


1 x Floppy


Lieferumfang:
  • OVP
  • XQ-Series 850 Watt Netzteil
  • 1 x P8 Stromkabel
  • 1 x P4 + P4 Stromkabel
  • 3 x PCI-E Stromkabel
  • 1 x ATX Stromkabel
  • 3 x SATA Stromkabel
  • 1 x Molex Stromkabel
  • 1 x Molex + Floppy Stromkabel
  • 2 x XILENCE Klettkabelbinder
  • 6 x Kabelbinder (schwarz)
  • 4 x Rändelschrauben (schwarz)
  • 4 x Schrauben (schwarz)
  • Stromkabel
  • Garantiekarte





Design und Verarbeitung:

Das Netzteil wird in einer XILENCE üblichen OVP geliefert. Die Verpackung ist in den Farben Weiß und Schwarz gehalten.



Auf der Vorderseite der OVP ist gleich eine Skizze des neuen XILENCE Netzteiles zu sehen. Es fällt jedem, der schon einmal ein PC-Netzteil in der Hand hatte, sofort auf das es sich bei diesem Netzteil nicht um ein Netzteil in der regulären Bauform handelt. Dreht man die OVP dann einmal auf die Rückseite, wird einem durch eine kleine Skizze die neue Direct Air Flow Technology erklärt und schon etwas klarer, warum dieses Netzteil mit der besonderen Bauform daher kommt.




In der OVP befinden sich zwei weitere Kartons.



In der OVP befinden sich zwei weitere Kartons. In den linken ist ein kleines Sichtfenster eingelassen, welches schon einmal einen Blick auf die zwei im Netzteil verbauten Lüfter zulässt. Nun ist klar, dass sich in dem linken Karton das Netzteil befindet. Aber was ist in dem Karton auf der rechten Seite, welcher etwas größer ist als der des Netzteiles? Im ersten Moment denkt man nicht, dass dieser bis zum Rand mit Zubehör gefüllt sein wird, aber so ist es. In dem rechten Karton sind alle Kabel, Schrauben, Kabelbinder und die Garantiekarte enthalten.

Nachdem man das Netzteil aus seiner gut gepolsterten Verpackung entnommen hat, hält man das neue XILENCE Netzteil mit einem wirklich außergewöhnlichen Design in der Hand.



Es gibt mehrere Designpunkte, welche einem sofort ins Auge fallen. Das auffälligste ist natürlich die abgeschrägte Form des Netzteilgehäuses.



In dieser Schräge sind zwei kleine 60mm Lüfter verbaut, welche das Netzteil auf angenehmen Temperaturen halten sollen. Diese Lüfter sind für Netzteile ebenso merkwürdig, wie die abgeschrägte Form. In den vergangenen Jahren sind die doch sehr lauten 80mm Lüfter von den Rückseiten der ATX-Netzteile nach und nach verschwunden. Anfangs kamen 120mm Lüfter zum Einsatz, welche im Netzteilboden verbaut wurden. Später wurden diese größtenteils wegen der noch geringeren Geräuschentwicklung von 140mm Lüfter aus den Netzteilen verdrängt. Bedingt durch die 15cm Breite des ATX Formfaktors, waren diese die größten Lüfter, welche man in ATX Netzteilen unterbringen konnte.
XILENCE schägt nun jedoch mit den zwei verbauten 60mm Lüftern einen ganz anderen Weg ein, als es der bisherige Trend zeigte. Viele werden sich sicherlich denken, ob dies nicht auch das Gegenteil bewirkt, da kleine Lüfter bekanntlich schneller drehen müssen, um dieselbe Kühlleistung zu erbringen. Aus diesem Grund werden wir auf die Geräuschentwicklung in diesem Test ein besonderes Augenmerk legen.

Das Netzteil kommt zudem in einem sehr edlen Look daher. Die komplette Gehäuseoberfläche weißt eine gebürstete Optik auf, welche in Schwarz / Kupfer schimmert. Diese lässt das gesamte Netzteil auch auf der Rückseite sehr edel wirken. Die Rückseite ist mit einer Wabenstruktur versehen um die Abwärme heraus zu lassen.



Auf der Rückseite ist neben der Kaltgerätebuchse und dem On/Off Schalter noch eine Kontroll-LED zu finden, welche rot leuchtet, wenn das Netzteil in Betrieb ist.
Auf der Gehäuseoberseite befindet sich über den beiden Lüftern ein Aufkleber, auf welchen die Spezifikationen des Netzteiles abgedruckt sind.



In die linke und rechte Seite des Netzteiles ist jeweils das XILENCE Logo eingestanzt. Das eingestanzte Logo passt durch seine Schlichtheit sehr gut zu dem edlen Look.

Eine weitere Besonderheit des neuen XILENCE Netzteiles liegt in dem voll modularen Aufbau. Das bedeutet, dass sich im Auslieferungszustand kein Kabel am Netzteil befindet und selbst das ATX-Kabel als separates Kabel dem Lieferumfang beiliegt.



Das Netzteil verfügt über Anschlüsse für bis zu sechs PCIe-Kabel, fünf Molex- bzw. SATA-Kabel, bis zu zwei 8-PIN bzw. zwei 2x4-PIN sowie zwei Anschlüsse, an welchen das ATX-Kabel angeschlossen wird. Bis auf die Anschlüsse für PCIe Grafikkarten sind alle Buchsen in schwarz gehalten. Die Anschlüsse für die Grafikkarten sind rot. Das ATX-Kabel ist in zwei dünnere Kabelstränge aufgeteilt, welche beide sowie alle anderen Kabel schwarz gesleevt sind. Die beiden Stecker des ATX-Kabels, welche in das Netzteil eingesteckt werden, können nicht vertauscht werden, da diese einmal über 14 PINs und einmal über 12 PINs verfügen.
Das Kabelsleeving ist bei allen Kabeln leider nicht komplett blickdicht. Durch die Modulare Bauweise des Netzteiles ist es jedoch für Casemodder einfacher, die Kabel in den von ihnen gewünschten Farben zu sleeven.
Was bei den Kabeln zudem sofort ins Auge fällt, ist der zusätzliche 4-PIN Stecker des ATX-Kabelstranges. Dieser ist nicht wie alle anderen Stecker in Schwarz gefertigt, sondern in Neon Gelb.

Der erste Stecker, welcher sich an den im Lieferumfang befindlichen Kabel befindet, ist immer nach 550mm Kabellänge zu finden. Somit sind die Kabel lang genug, um auch in einem Big Tower an entlegene Stellen zu kommen.



Bis auf die ein oder andere minimal schief eingeschraubte Lüfterschraube, welche wie alle Schrauben farblich zum Gehäuse passen, ist das Netzteil durchweg sehr gut verarbeitet.


Besondere Kühllösung:

Wie schon kurz angesprochen, geht XILENCE mit den neuen Netzteilen der XQ-Serie einen komplett neuen Weg hinsichtlich der Kühlung des Netzteiles.
Das Kühlprinzip dieser Netzteil Serie besteht aus drei miteinander kombinierten Komponenten.

Dazu gehören:
  • Abgeschrägter Gehäusedeckel
  • Zwei 60mm Lüfter in der Schräge des Gehäusedeckels
  • Zwei spezielle Kühlkörper im inneren des Netzteiles

Die XILENCE Netzteile der XQ-Serie nutzen die Direct Air Flow Technologie zur Kühlung von zwei Kühlkörpern, welche im Inneren des Netzteils genau in der Richtung des Airflows verbaut wurden. Durch die Verwendung von zwei kleinen 60mm Lüftern wird die Luft dorthin geführt, wo sie benötigt wird.



Mit dieser neuen Technik wird die Schwachstelle von den großen 120mm und 140mm Lüftern umgangen. Die Schwachstelle der großen Lüfter liegt in dem Hot Spot, welcher unter dem Motor entsteht. An dieser Stelle herrscht ein "toter Punkt" da hier keine Luftbewegung stattfindet.
Jeder der beiden Lüfter wird über einen eigen Temperatursensor gesteuert, welcher an der jeweiligen Kühlrippe angebracht ist, für welche der Lüfter zuständig ist. Durch diese Lösung kann es passieren, dass auch einmal nur ein oder gar kein Lüfter läuft.
Bis zu einer Last von ca. 20% des Netzteiles wird dieses passiv - also ohne laufende Lüfter - betrieben. Somit ist das Netzteil während den meisten Office-Anwendungen mit 0 dB(A) unterwegs. Um Panik zu vermeiden, ist auf der Rückseite eine rote Kontroll-LED angebracht, welche die Betriebsfähigkeit des Netzteiles anzeigt. Erst ab einer Last von ca. 20% fangen die Lüfter langsam an zu arbeiten. Durch die verwendeten Motoren aus 80mm Lüftern hat ­XILENCE für einen langlebigen und laufruhigen Betrieb gesorgt. Da kleine Lüfter zum anlaufen nicht so viel Kraft benötigen, sind die Anlaufdrehzahlen entsprechend geringer als bei größeren Lüftern, was zudem für einer Geräuschreduzierung führt.


Ein weiterer Kühlvorteil geht nicht direkt im Netzteil vonstatten, sondern wird durch die Form des Netzteiles hervorgerufen, wenn das Netzteil am Gehäuseboden verbaut wird.
In dem Fall, dass das Netzteil in einem PC Gehäuse am Boden verbaut wird, haben die Grafikkarten oder andere Steckkarten, welche über dem Netzteil verbaut, sind mehr Platz zum "Atmen". Hierdurch ist es gerade "hitzköpfigen" Grafikkarten möglich kühler zu agieren.


Blick ins Innere:

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Brechen der Siegel (wie immer gilt: Nicht nachmachen - Lebensgefahr! Zudem entfällt durch das Brechen der Siegel die Garantie des Netzteiles) haben wir freien Blick auf die Elektronik und die beiden 60mm Lüfter.

Hier kann man nun noch einmal gut die beiden Kühlzonen erkennen, welche von den beiden Lüftern auf angenehmen Temperaturen gehalten werden.





XILENCE hat bei der neuen XQ-Serie auf so viele Kabel wie möglich verzichtet. Aus diesem Grund wurden die Anschlüsse für das Kabelmanagement auf einem PCB untergebracht, welches direkt mit dem mehrschichtigen PCB des Netzteiles verlötet ist.



Dies verringert die Übergangswiderstände und somit auch die Wärmeentwicklung im Netzteil. Zudem wird durch diesen Aufbau die Effizienz des Netzteiles gesteigert.


PG Time:

Power Good Signal
Im ersten Test überprüfen wir die PG Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 270 ms und liegt damit problemlos im erlaubten Bereich.


Spannungen:


Testsystem:

Wir haben das Netzteil mit unserem I7 Testsystem getestet.

Das Testsystem besteht aus:

I7 975EX @ 4,3GHz
Rampage III Extreme
ATI HD5970
24GB (6 x 4048MB DDR3 1866MHz)
Areca 1880ix
4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5



Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 Watt (IDLE) bis ca. 630 Watt (Volllast) auf. Diese Spannungen können jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt. Diese werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.




Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in drei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.







Alle Spannungen des neuen XILENCE Netzteiles bleiben innerhalb des erlaubten Bereichs. Die einzelnen Spannungen sind nahezu perfekt und schwanken bei einem Lastwechsel nur minimal.


Leistungsaufnahme




Fazit:

XILENCE hat mit der neuen XQ-Netzteil-Serie eine wahre Meisterleistung geschaffen und eine neue Ära der Kühllösungen bei den ATX Netzteilen eingeläutet. Das Netzteil ist bis auf die besagten schief eingedrehten Lüfterschrauben und den gelben 4-PIN-Stecker des 20+4 ATX-Steckers makellos verarbeitet. Durch die gebürstete Oberfläche ist das Netzteil in einem sehr edlen Look gefertigt worden.
Das Netzteil arbeitet mit den zwei verbauten 60mm Lüftern unerwartet leise und ist bestens für den Silentbetrieb geeignet. Während den meisten Officeanwendungen schalten sich die Lüfter komplett ab, wodurch das Netzteil vollkommen lautlos agiert.
Die Spannungen bleiben auch während eines Lastwechsels auf einem fast konstanten Niveau. Auch die Leistungsaufnahme zeigte sich in unserem Test mit Bestwerten.



Pro
  • Durchweg sehr gute Verarbeitung
  • Vollwertiges Kabelmanagement
  • Innovative Kühllösung
  • Sehr gute Leistungswerte
  • Viele Anschlüsse


Contra
  • Lüfterschrauben teilweise etwas schief eingedreht
  • 4-PIN des ATX Kabels gelb nicht schwarz






Ein besonderer Dank geht an xilence.de für die Bereitstellung des Testmusters.


Das neue XILENCE XQ Netzteil gibt es z.B. bei für 189,00€ zu kaufen.

Nachtrag:

Bei dem Netzteil in unserem Test handelte es sich um ein Vorserienmodell. XILENCE hat die von uns bemängelten, schief eingedrehten Schrauben, sowie den gelben 4-PIN-Stecker am ATX-Kabelstrang ausgebessert.
Alle Netzteile werden mit gerade eingedrehten Schrauben, sowie mit komplett schwarzen Steckern ausgeliefert.

Wir freuen uns, das XILENCE dies ebenfalls als Mangel erkannt hat, und diese passend zum heutigen Launch abgestellt hat.





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